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Härtere Kinderpornosperren umgehen
Posted by admin in Hintergründe, News on May 21st, 2009
In den letzten Tagen haben sich verschiedene Organisationen darauf verlegt, einen Kritikpunkt der Sperrgegner ernst zu nehmen. Es scheint nun auch bei den Sperrbefürwortern angekommen zu sein, dass die zunächst geplante Sperretechnik äußerst leicht zu umgehen sind, in einem Youtube-Video wird beispielsweise die Umgehung in unter 30 Sekunden gezeigt.
Um diesem Kritikpunkt zu begegnen, werden nun härtere Sperren gefordert, das britische Modell oder das chinesische Modell werden als Beispiele “schwerer” zu umgehender Internetsperren angeführt.
Leider ist die Annahme, es gebe eine Sperrtechnik, die schwer umgangen werden könnte, jedoch falsch: (schwer im Sinne von schwerer als das Auffinden von Kinderpornographie)
Die gleichen Methoden, die es erlauben, Geschäftsprozesse vertraulich über das Internet abzuwickeln, die für Onlinebanking und Internet-Einkäufe notwendig sind, ermöglichen auch die Umgehung von Netzsperren. Die Methoden, die vertrauenswürdige, sichere Kommunikation über das Internet ermöglichen, können immer auch eingesetzt werden, um ungefiltert kommunizieren zu können.
So ist es beispielsweise für ein paar Euro möglich, sich im Ausland per Internet einen sogenannten “VPN-Zugang” zu kaufen. Dabei handelt es sich um Zugang zu einen Server, der es zusammen mit einer speziellen Software ermöglicht, so zu surfen, als befinde man sich im Ausland. Die gesamte Kommunikation mit dem Internet wird verschlüsselt an den Server geschickt. Dieser packt die verschlüsselten Anfragen aus und leitet sie ins Internet weiter. Das funktioniert dann etwa so:

Arbeitsweise einer VPN-Tunnelsoftware
Die Konfiguration der Tunnelsoftware ist auf den gängigen Betriebssystemen mit wenigen Handgriffen möglich und nicht merklich schwerer als die Umgehung der DNS-Sperre. Der geneigte Leser kann sich davon anhand der Anleitung auf der Seite des Anbieters überzeugen. Auch der Preis von 5$ pro Monat stellt keine Hürde dar: Personen, die bereit wären, Kinderpornographie zu kaufen sind offenbar bereit, auch Geld für den Zugang zu solcher auszugeben.
Kinderpornographie-Sperre umgehen in 27 Sekunden
Posted by admin in Hintergründe on April 4th, 2009
Jemand hat sich die Mühe gemacht, die Schritte zur Umgehung der Sperre in einem Youtube-Video vorzuführen. Wem es zu viel Aufwand ist, die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umgehung der Sperre nachzuvollziehen, der kann sich damit leicht überzeugen, dass die Sperre keinesfalls wirkungsvoll ist:
(via lawblog)
Dazu sollte man noch überlegen, einen anderen als den angegebenen DNS-Server zu verwenden, eine regelmäßig aktualisierte Liste von frei zugänglichen Servern mit Angaben zum Standort und zur Erreichbarkeit findet sich hier.
PS: Wegen der Bundestags-Osterpause sind in den nächsten Tagen keine Neuigkeiten zum Thema zu erwarten.
Die Kinderpornosperre umgehen
Posted by admin in Hintergründe on February 22nd, 2009
ist in etwa so leicht, wie eine E-Mail zu versenden:
- Öffnen der Netzwerkeinstellungen über Start->Einstellungen
- Öffnen der zur Internetverbindung gehörenden Netzwerkverbindung
- Öffnen der Eigenschaften
- Auswahl von Interneprotokoll (TCP/IP) und öffnen der Eigenschaften
- Eintragen eines nicht filternden DNS-Servers im entsprechenden Feld nach Auswahl von Folgende DNS-Serveradressen verwenden, das entsprechende Fenster findet sich rechts abgebildet. Adressen finden sich leicht bei Google und bispielsweise hier oder gespiegelt hier.
Entsprechende Anleitungen sind auch bereits vielfach für verschiedene Betriebssysteme im Internet zu finden. Wie man sich dort überzeugen kann ist der Aufwand zur Umgehung der Kinderporno-Sperre unter anderen Betriebssystemen nicht größer.
Auch für alle bekannten komplexeren Sperrmethoden bleibt der Aufwand zur Umgehung vergleichbar gering.
Der einzig mögliche Schluss daraus: Die Kinderpornosperre ist leicht zu umgehen, egal wie sie realisiert wird. Leicht zu umgehende Sperren sind kein wirksames Mittel gegen Kinderpornographie.
Update 3. Juni: Von einigen Organisationen werden im Moment auch härtere Sperren gefordert als die hier behandelten DNS-Sperren. Diese sind jedoch unabhängig von der eingesetzten Technik auch nicht schwerer zu umgehen.

